Die den linken AStA tragende Koalition hat auf der Sitzung des Studierendenparlamentes am 08.11.2011 eine Abstimmung über ein unvollständiges Semesterticket im Dezember beschlossen. Der RCDS Göttingen kritisiert diese Urabstimmung als unfair und verschwenderisch sowie das Semesterticket als kümmerlich und stümperhaft verhandelt. Der RCDS hat sich in der Sitzung des Studierendenparlamentes für eine Verlegung der Abstimmung in den April ausgesprochen, so dass die Studierendenschaft ein vollständiges Semesterticket hätte bewerten können. Dieser Vorschlag des RCDS wurde mit fadenscheinigen Begründungen gegen die Interessen der Studenten zurückgewiesen.
Der RCDS lehnt die beschlossene Urabstimmung ab. Vorschlag des AStA war es, die Strecken der NordWestBahn erst im kommenden Sommersemester abzustimmen. Dies bedeutet jedoch, dass die Strecken der NordWestBahn sehr wahrscheinlich bei der zusätzlichen Urwahl abgelehnt werden. Der linke AStA hat das Solidaritätsprinzip aufgekündigt. Die daraus resultierenden finanziellen Konsequenten für die betroffenen Studenten waren der linken Koalition jedoch egal. Zwar gab der AStA-Vorsitzende, Kay Bents, zu, dass der Termin im Dezember eigentlich zu früh gewählt sei, war aber nicht bereit im Interesse der Studierendenschaft den Wahltermin in den April zu verlegen, um über ein vollständiges Semesterticket abstimmen zu lassen.
Der RCDS wirft dem AStA zudem vor stümperhaft und unprofessionell verhandelt zu haben. Der Semesterticketbeauftragte gab zu nur telefonisch und nie persönlich verhandelt zu haben. Mit der DB wurden nur fünf Telefonate geführt. Zudem lagen dem AStA während der Verhandlung keine Nutzungsdaten zum Semesterticket vor und hat sich auch keine beschafft. „Der RCDS hält diese Verhandlungsführung für unverantwortlich. Bei einem Volumen von mehreren Millionen Euro bedarf es einer professionellen Verhandlung. Der AStA ist seiner Verantwortung für die Studierendenschaft nicht gerecht geworden und hat sich zudem noch geweigert den verursachten Schaden zu begrenzen,“ so Maria Grünewald, Fraktionsvorsitzende des RCDS Göttingen.
Zusätzlich zu den desaströsen Verhandlungen und der unmöglichen Abstimmungsaufsplittung kritisiert der RCDS die Trennung von Semesterticketabstimmung und Hochschulwahl. Die linke AStA-Koalition versucht so offensichtlich künstlich die Wahlbeteiligung zu drücken, um sich einen erneuten Wahlsieg zu ermöglichen. Ob der verantwortungslosen und halbherzigen Arbeit des AStA steht zu befürchten, dass bei einer Abstimmung ohne Semesterticket viele Studenten aus Enttäuschung über die Hochschulpolitik der Hochschulwahl fernbleiben. Das Kalkül des AStA dürfte es sein, hauptsächlich das eigene Klientel zur Wahlurne zu mobilisieren. Die Kosten für die zusätzlichen Urwahlen nimmt der AStA dabei in Kauf. Der RCDS spricht sich gegen eine solche Verschwendung studentischer Gelder aus.
In Erinnerung bleibt eine tumultartige Sitzung des Studierendenparlamentes, auf der die sachlichen Hinweise und Vorschläge des RCDS ohne Begründung abgewiesen wurden und die Opposition im Ganzen mit Beleidigungen und Bedrohungen durch die linke Koalition bedacht wurde. „Der RCDS setzt sich im Gegensatz zum bedenklichen politischen Verständnis der AStA-tragenden Koalition auch weiter für eine sachliche und konstruktive Hochschulpolitik ein,“ so Maria Grünewald abschließend.


